Sonntag, 17. Januar 2010
Gut oder böse
Sehr eng verbunden ist für mich mit der Frage nach Gott, das Problem von "gut" und "böse".
Im Augenblick fallen mir drei Begriffsgruppen ein, die eine gewisse Bekanntschaft miteinander zu haben scheinen.
Gut und böse
Licht und dunkel
Leben und Tod
Bei den Begriffen "gut" und "böse" ist es wie bei Licht und dunkel. Dunkel ist hier zu einem selbständigen Begriff geworden, der eigentlich das nicht vorhanden sein von Licht besetzt, also für 0 Licht steht. Dunkelheit wäre präziser mit der Abwesenheit von Licht beschrieben. Ebenso ist das Böse die Abwesenheit des Guten. Genau so bedeutet der Begriff Tod die Abwesenheit, das nicht vorhanden sein von Leben. Drei mal wurde hier das Nichts mit einem Begriff belegt, der uns vorgaukelt, es handle sich um etwas Konkretes.
Die Religion bedient sich des Begriffes "Tod" so, als wäre er eine konkrete Person. Dadurch wird der Tod noch Furcht einflößender, als er es an sich schon ist. Der Tod greift als Person, den Menschen an und nimmt ihm das Leben. Hier drängt sich die Frage auf, wieso ist der Religion so sehr daran gelegen, dem Menschen Furcht vor dem Tod einzuflößen?
Sicher um mit weiteren irrealen Begriffen arbeiten zu können, als da sind Himmel und Hölle und die damit verbundene Abrechnung zur Zeit des Todes. Eine weitere Furcht-Komponente wird ins Spiel gebracht. Es ist schwer zu verstehen, daß sich die Menschheit über Jahrhunderte dieses Spiel mit der Angst gefallen lassen hat. Um auf der Klaviatur der Angst gut spielen zu können wurden die Begriffe "gut" und "böse" von der Religion oft nach ihren Vorstellungen belegt. Gut und böse sind natürlich Begriffe, die in erster Linie für uns Menschen Relevant sind. Für den Durchschnittsmenschen sind sie verständliche Begriffe,
die das richtige und das falsche Verhalten innerhalb der menschlichen, sozialen Gemeinschaft und der von der Gesellschaft erlassenen Gesetze definieren.
Wobei man bedenken muss, das das oft nur für die eigene Gemeinschaft gilt, in anderen Gemeinschaften kann gut und böse in bestimmten Situation mit umgekehrten Vorzeichen versehen sein. Beispiel: im Islam darf eine Frau bei Todesstrafe nicht mit einem anders Gläubigen schlafen. Es ist also per Definition böse.
In den meisten westlichen Ländern ist eine religiöse Mischehe erlaubt. Aber es ist eigentlich auch nicht gut. Gut und böse belegen also nicht absolute Begriffe.
Ich habe das Gefühl, ich befinde mich in einer Sackgasse. Ich versuche es noch einmal von einer anderen Seite, was also ist gut:
Ein guter Christ zum Beispiel, glaubt an alles was in der Bibel steht.
Ein guter Christ darf nicht töten.
Ein guter Soldat tötet seine Feinde.
Ein guter Islamit tötet die Ungläubigen
Ein guter Mensch riskiert sein Leben, um einen anderen zu retten.
Ein guter Katholik heiratet keinen Protestanten.
Ein guter Mensch hilft den Hilfllosen.
Ein guter Mensch liebt alle Menschen.
Ein gutes Geschäft kann für einen anderen der Untergang sein.
Ein guter Henker tötet den Verurteilten
Ein guter Mensch liebt alle Tiere.
Ein guter Jäger schießt die Sau
Heißt das, hin und wieder muss man schon mal böse sein, um was Gutes zu bewirken?
Oder ist das Böse wirklich nur die Abwesenheit des Guten?
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2 Kommentare:
Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website queeerdenker.blogspot.com Links tauschen
Hallo Anonymuss,
ich habe nichts gegen einen Link, möchte aber wissen wir sich hinter Anonymus verbürgt, und womit ich verbunden werde.
Bitte informiere mich über meine E-Mail-Adresse:fritz.froehlich@GMX.de
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