Sonntag, 6. Januar 2008

Katastrophen

Was ist eigentlich los mit uns? Sind wir Optimisten, Ignoranten oder Stoiker? Seit einiger Zeit versuche ich mir diese Frage zu beantworten. Das ist gar nicht so einfach. Aber wie komme ich darauf?

Ich habe den Eindruck, dass in der letzten Zeit die Bedrohungsszenarien und Katastrophen sich geradezu logarithmisch häufen. Wir werden eingedeckt mit Meldungen über Erdbeben, Tsunamis, Überflutungen, Hurricanes, und Epidemien. Uns wird die ständig drohende Gefahr von unkontrollierbaren Seuchen, die wir medizinisch noch nicht beherrschen, vor Augen geführt. Ganz zu schweigen von der schon vorhandenen realistischen Bedrohung durch Aids.

In medizinischen Sendungen werden wir ständig darüber informiert, dass Rauchen, Alkohol und Drogen für uns gefährlich sind und dass uns täglich die Diagnose Krebs ins Haus stehen kann. Die täglich drohende Gefahr der radioaktiven Verseuchung, der Verunreinigung unserer Atemluft durch Feinstaub und die uns immer bedrohenden Gefahren beim Autoverkehr schieben wir schon locker in die Schublade: So ist nun mal das Leben.

Mit realistisch wirkenden Computersimulationen werden uns die katastrophalen Auswirkungen der jederzeit möglichen Meteoreinschläge vor Augen geführt.

Natürlich darf bei dieser Betrachtung die Klimakatastrophe nicht vergessen werden. Die Eiskappen schmelzen ab, der Meeresspiegel soll bis auf sieben Meter ansteigen. Da habe ich mir sofort eine Landkarte besorgt um die Höhe meines Standortes über Meeresniveau herauszufinden. Über 80 m. Schwein gehabt. Da bin ich aber beruhigt.

Aber all die anderen Bedrohungen machen mir Kopfschmerzen. Es sind einfach zu viele Gefahren. Die in weiter Ferne liegenden Katastrophen schiebe ich schon weit von mir, da ist die Sache mit dem Mond, der sich mit der Zeit immer weiter von der Erde entfernt. Und was wird, wenn er nun gar keinen Einfluss mehr nimmt auf das stabile Verhalten der Erdachse, was um Gotteswillen, wenn sie ins Wanken gerät. Da bin ich froh, dass ich 77 bin, ich glaube das will ich nicht mehr erleben.

Und die Sonne, wer denkt heute schon an die Sonne, aber ich sage euch Leute, eines Tages wird sie in sich zusammenfallen und dann wird sie zum Roten Riesen und es wird es garantiert ungemütlich auf der Erde.

Jetzt, wo ich mir alle diese Bedrohungen vor Augen geführt habe, fühle ich mich erstaunlicherweise erleichtert. Eigentlich kann man sie gar nicht ernst nehmen, es sind ihrer einfach zu viele.

Die Frage, die ich am Anfang gestellt habe, ob wir Optimisten, Ignoranten oder Stoiker sind, muss ganz anders beantwortet werden:

Wir sind wohl eher Verdrängungsspezialisten!

Ich bin inzwischen hungrig geworden und daher beschränken sich meine augenblicklichen Ängste auf die Frage: Kann ich vor dem nächsten Meteoriteneinschlag noch etwas essen ?

Katastrophen lassen sich mit vollem Magen besser verkraften.

Freitag, 28. Dezember 2007

Zum neuen Jahr

Schon wieder ist ein Jahr dahin
verblasst das Glück der schönen Tage
und ständig stell’n wir uns die Frage
wo steckt denn da der tiefe Sinn ?
Ich sage dir
es gibt ihn nicht

die Dinge sind so wie sie sind
..und wenn auch wirklich jemand käme,
der Dir der Welten Lauf erklärt
Du würdest staunen wie ein Kind
Du würdest „ach“ und „aber“ sagen
und lauthals dich beklagen:
„Das alles ist so kompliziert
ich hab am Ende nichts kapiert“
So lass das Klagen und das Fragen
und lass vom neuen Jahr
Dich in die Zukunft tragen
Ganz voll Vertrauen
wie ein Kind
denn,
die Dinge sind halt wie sie sind

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Einsichten

Die sensationellen Erkenntnisse von heute sind oft die grossen Irrtümer von morgen

Weisheit entsteht aus der klugen Anwendung des Erlebten, Gelernten und Geschauten. Aber den letzten Schliff bekommt sie erst, wenn man das alles wieder vergessen hat.

Ein ganzes Leben lang sammeln wir Erfahrungen und Erkenntnisse und im Alter fällt uns dann das Vergessen wie eine reife Frucht in den Schoss

Wenn du rundum zufrieden mit dir bist, überleg erstmal was du falsch gemacht haben könntest



© Fritz Fröhlich

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Toleranz

Manchmal genügen Kleinigkeiten, und man wird zum Nachdenken Angeregt. Im Fernsehen hörte ich beim

"Vorüberzappen" einige Sätze, die am Grab eines verstorbenen Schweizers gesprochen wurden. Da hieß es: Er war ein Mann, der die Menschen so nahm wie sie sind, er versuchte nie sie zu ändern, er tolerierte ihre Eigenarten und war überall sehr beliebt.

Nun ja, am Grab eines Menschen werden gern seine positiven Seiten hervorgehoben, manch einer hätte so etwas lieber zu Lebzeiten gehört, aber da tun wir Menschen uns schwer mit dem Loben.

Mich haben diese Sätze zu der Frage angeregt, ob ich so etwas auch gern an meinem Grab hören würde. Ich konnte sie nicht uneingeschränkt bejahen. Ich möchte nicht unbedingt der Mensch sein, der Alles und Jedes so lässt wie es ist. Ich würde doch gern hier und da Einfluss nehmen, auch auf die Gefahr hin nicht überall beliebt zu sein.

Wohlgemerkt: Mir geht es hier nicht um Rechthaberei oder um prinzipielles Herummeckern an Allem und Jedem, es geht mir um jene Art von Einflussnahme, die ein wenig zivilen Mut verlangt und manchmal auch gegen das Angepasstsein verstößt. Mir geht es kurz gesagt um missverstandene Toleranz.

Tolerieren heißt etwas ertragen, dulden und ich glaube wir gehen heutzutage oft einen Schritt zu weit, Wir dulden auch das eigentlich Unerträgliche. Und in erster Linie tolerieren wir häufig, weil wir nur unsere Ruhe haben wollen. Nach dem Motto: Wenn wir keinen Ärger machen, lassen uns die anderen auch Ruhe. Wir sind in unserem Verhalten durch und durch verunsichert, ganz besonders durch das viele Halbwissen und die vielen Informationen, die wir in Zeitschriften und im Fernsehen von Psychiatern und Psychologen erfahren. Wir trauen uns nicht mehr, gewisse zwischenmenschliche Entscheidungen aus dem Bauch heraus oder aufgrund unserer Erfahrungen oder der Erfahrungen unserer Eltern zu fällen.

Wenn ich aber dann im Fernsehen Szenen vom Unterricht an Grundschulen sehe, sträuben sich mir die Haare, ich erwarte nicht von unserer Jugend Kadavergehorsam, aber was wir erwarten dürfen ist Respekt. Was diesen Jugendlichen dort absolut abgeht, ist Respekt und die Tragödie ist, die Gesellschaft toleriert das.

Die Gesellschaft steht diesem Phänomen völlig hilflos gegenüber und raubt mit ihrer missverstandenen Toleranz den Lehrern jede Autorität.

In diesem Schulbeispiel gewann ich den Eindruck, dass der Lehrer es längst aufgegeben hat, Einfluss auf die Jugendlichen zu nehmen. Er hätte ebenso gut im Hühnerstall einen Vortrag über die Bruchrechnung halten können.

Im Gegenteil gewinnt man heutzutage oft den Eindruck das die Jugendlichen Einfluss auf die Erwachsenen nehmen und nicht umgekehrt. Wenn ich bedenke, dass sie es immerhin erreicht haben, dass beispielsweise die Werbung (RTL) sich ihrer Sprache bedient, dann finde ich es doch bedenklich. Da wimmelt es nur so von Begriffen wie: Genial, super, cool, geil und echt.

Ein echter Zugewinn, was für eine farbige, abwechslungsreiche, geniale Sprache wir doch unserer Jugend verdanken, echt cool, einfach geil, echt.

Mittwoch, 14. November 2007

Bahnstreik


Der volkswirtschaftliche Gesamt-Schaden, den man duldend hinnimmt, ist nicht zu verantworten. Die "Grossen" zeigen Stärke mit der ständigen und ausgesprochenen Drohung, wenn ihr euch nicht fügt, werden wir in Zukunft auf Automation umsteigen und euch entlassen. Im Hinterkopf planen Sie das langfristig sowieso. Noch mehr Arbeitslose. Der Wert der menschlichen Arbeitskraft wird ständig herabgesetzt. Ein tödlicher Kreislauf. Die heranwachsende Jugend sieht keine lohnenden Arbeitsplätze mehr und ist lustlos (lässt sich nicht qualifizieren).

Und da droht die Gefahr: Menschen ohne Zukunftsperspektive neigen zur Gewalt, sind der Krebs einer Gesellschaft. Die Politik verliert sich im parteipolitischen Kleinkrieg und dabei die Fähigkeit, in grossen Dimensionen zu denken, sie wird an ihrer Kurzsichtigkeit scheitern.

Der Staat und die "Grossen" zeigen Stärke und das ist ihre Schwäche.

Freitag, 9. November 2007

Friede auf Erden

Wir alle wünschen uns den Frieden auf Erden,
wir werden ihn nicht erreichen,
solange wir für ihn kämpfen


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Wenn wir den Hass nicht von Kindern fernhalten, gibt es
kaum Aussicht auf
Versöhnung.


Donnerstag, 8. November 2007

Kleine Schlaubergerreien


Das Credo eines Pessimisten.

Jeder Tag birgt den Keim einer grossen Enttäuschung in sich.


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Kein Licht strahlt so hell, wie das Licht der Hoffnung; darum besteht immer die Gefahr der Verblendung.

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Wenn die Gefahr grösser ist als der Mut, hilft nur noch eins; weglaufen.

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Gib dich immer dümmer als du aussiehst, dann wirst du auch nicht überschätzt.

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Gegen die Liebe ist die Vernunft machtlos.

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Lass niemanden in dein Herz schauen, bevor du nicht selber nachgesehen hast.

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Wer in alle Richtungen offen ist, sollte sich immer schön warm anziehen.

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© Fritz Fröhlich