Was ist eigentlich los mit uns? Sind wir Optimisten, Ignoranten oder Stoiker? Seit einiger Zeit versuche ich mir diese Frage zu beantworten. Das ist gar nicht so einfach. Aber wie komme ich darauf?
Ich habe den Eindruck, dass in der letzten Zeit die Bedrohungsszenarien und Katastrophen sich geradezu logarithmisch häufen. Wir werden eingedeckt mit Meldungen über Erdbeben, Tsunamis, Überflutungen, Hurricanes, und Epidemien. Uns wird die ständig drohende Gefahr von unkontrollierbaren Seuchen, die wir medizinisch noch nicht beherrschen, vor Augen geführt. Ganz zu schweigen von der schon vorhandenen realistischen Bedrohung durch Aids.
In medizinischen Sendungen werden wir ständig darüber informiert, dass Rauchen, Alkohol und Drogen für uns gefährlich sind und dass uns täglich die Diagnose Krebs ins Haus stehen kann. Die täglich drohende Gefahr der radioaktiven Verseuchung, der Verunreinigung unserer Atemluft durch Feinstaub und die uns immer bedrohenden Gefahren beim Autoverkehr schieben wir schon locker in die Schublade: So ist nun mal das Leben.
Mit realistisch wirkenden Computersimulationen werden uns die katastrophalen Auswirkungen der jederzeit möglichen Meteoreinschläge vor Augen geführt.
Natürlich darf bei dieser Betrachtung die Klimakatastrophe nicht vergessen werden. Die Eiskappen schmelzen ab, der Meeresspiegel soll bis auf sieben Meter ansteigen. Da habe ich mir sofort eine Landkarte besorgt um die Höhe meines Standortes über Meeresniveau herauszufinden. Über 80 m. Schwein gehabt. Da bin ich aber beruhigt.
Aber all die anderen Bedrohungen machen mir Kopfschmerzen. Es sind einfach zu viele Gefahren. Die in weiter Ferne liegenden Katastrophen schiebe ich schon weit von mir, da ist die Sache mit dem Mond, der sich mit der Zeit immer weiter von der Erde entfernt. Und was wird, wenn er nun gar keinen Einfluss mehr nimmt auf das stabile Verhalten der Erdachse, was um Gotteswillen, wenn sie ins Wanken gerät. Da bin ich froh, dass ich 77 bin, ich glaube das will ich nicht mehr erleben.
Und die Sonne, wer denkt heute schon an die Sonne, aber ich sage euch Leute, eines Tages wird sie in sich zusammenfallen und dann wird sie zum Roten Riesen und es wird es garantiert ungemütlich auf der Erde.
Jetzt, wo ich mir alle diese Bedrohungen vor Augen geführt habe, fühle ich mich erstaunlicherweise erleichtert. Eigentlich kann man sie gar nicht ernst nehmen, es sind ihrer einfach zu viele.
Die Frage, die ich am Anfang gestellt habe, ob wir Optimisten, Ignoranten oder Stoiker sind, muss ganz anders beantwortet werden:
Wir sind wohl eher Verdrängungsspezialisten!
Ich bin inzwischen hungrig geworden und daher beschränken sich meine augenblicklichen Ängste auf die Frage: Kann ich vor dem nächsten Meteoriteneinschlag noch etwas essen ?
Katastrophen lassen sich mit vollem Magen besser verkraften.
1 Kommentar:
Lieber Fritz, Du bist ein Schwarzseher! Wir leben alle auf dem Raumschiff Erde und müssen damit leben, dass wir vielen kleinen und großen Katastrophen ausgesetzt werden können. Viele davon sind von Menschen gemacht, aber die grauenhaftesten kommen von der Natur selber, z.B. Eiszeit & Warmzeit, Orkane, Taifune, Tsunamis, Vulkanausbrüche, El Ninios, um nur einige zu nennen. Was wäre z.B. wenn der Golfstrom nicht mehr in der selben Richtung "strömen" würde wie bisher? - Wir können von Glück sagen, dass es uns in der reichen nördlichen Hemisphäre der Erdkugel noch nicht so schrecklich erwischt hat wie den Menschen um den Golf von Bengalen, um nur ein Beispiel zu nennen. Das ist unser aller Schicksal...!
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