Samstag, 12. Januar 2008

Wird schon gut gehen


Mit Sicherheit haben es auch Generationen vor uns schon behauptet: Diese Welt ist krank, ihre Bewohner sind krank, wir alle sind krank. Ich denke wir haben den Überblick verloren und es sieht nicht so aus, als ob wir ihn jemals bekommen werden. Wir sind randvoll vollgestopft mit Information, angefüllt mit einem unglaublichen Wissen nicht nur über uns, unsere nähere Umgebung, auch über die ganze Welt. Und doch gehen wir unbeeindruckt stur unseren Weg und blicken nicht rechts und links. Wir nehmen zur Kenntnis und haken ab. Da kann man nun mal nichts machen. Dass ist der Lauf der Welt, dass ist seit Jahrhunderten so und ich, der Einzelne, kann schon gar nichts bewirken.

Jawohl, ich mache es genauso.

Immer wenn ich im Bett liege, satt und wohlig warm unter der Decke, dann denke ich: Man müsste etwas unternehmen, Einfluss nehmen, die Welt verändern. Den Mitbürgern klarmachen, es ist mindestens fünf vor 12 ist.

Wir haben das gesamte Wissen, wir haben die Möglichkeiten und wir haben sogar die Mittel diese Welt zu befrieden, aber wir kriegen es nicht gebacken. Und wir schauen tatenlos zu, wie die Welt in die Katastrophe schliddert.

Wir könnten das verhindern! Aber wie, wie?

Wir sind alle Egoisten. Da ist der persönliche Egoismus, da ist der nationale Egoismus, da sind die religiösen Egoismen, da sind die rassistischen Egoismen. Es ist nicht so, dass niemand weis, was zu tun wäre um die vielen Konflikte in den Griff zu bekommen.

Wer aber soll den Anfang machen? Und wenn man schon den Anfang macht, werden die Anderen folgen? Am Ende geht es immer um die nationale Sicherheit und die muss verteidigt werden, wir sind nun einmal eine Spezies, die nur in kämpferischen Kategorien denken kann. Wir kämpfen immer, das ganze Leben ist ein Kampf, wir kämpfen um den Arbeitsplatz. Wir kämpfen für unseren Glauben, wir kämpfen um unseren guten Ruf, die Politiker kämpfen um die Gunst der Wähler. Wir kämpfen sogar beim Sport, der ja eigentlich nur ein Wettbewerb sein sollte, aber bei uns ist das ein Wettkampf. Wir finden das alles ganz normal, und daher kriegen wir die Begriffe auch gar nicht mehr auseinander. Wir können nicht friedlich denken.

Natürlich müssten wir bei uns selbst anfangen. Viele sind bereit dazu; Hallo Nachbar , ich möchte gern etwas unternehmen, aber allein schaffe ich es nicht. Machst du mit? Du zögerst? Du findest die Idee gut, glaubst aber wir zwei, wir sind zu Wenige und was ist wenn uns keiner folgt? Das Risiko willst du nicht eingehen. Es müsste schon Mehrere sein? Ach so, wenn es eine größere Gruppe gäbe würdest du dich anschließen, aber die müsste dann schon ganz schön groß sein, denn sonst kommen wir gegen die Großen nicht an.

Und so setzen wir unser Vertrauen in die da oben, obwohl wir wissen, dass auch die keinen Überblick haben. Vor allem, dass sie keinen Mut haben einschneidende, grundsätzliche Entscheidung zu fällen. Denn auch sie fragen sich, ob wir, ihre Wähler, ihnen dann folgen würden, auch wenn es unangenehme Entscheidungen wären. Und dazu fehlt ihnen der Mut, vielleicht zu Recht, vielleicht würden wir sie im Stich lassen. Und da wollen sie kein Risiko eingehen, schließen Kompromisse, Kompromisse vom Kompromiss, Kompromisse vom Kompromiss der Kompromisse. Schließlich wollen sie ihren Job behalten. Warum sollen ausgerechnet sie gehen, wenn man doch nichts ändern kann?

Und das alles in einer Zeit des technischen Fortschritts, der uns gigantische Möglichkeiten bietet.

Aber was nützt es, wenn wir technisch im einundzwanzigsten Jahrhundert sind aber geistig im 16. Jahrhundert zurückgeblieben sind. Da wir keine Lösung für die so kompliziert gewordene Welt haben, flüchten wir uns wieder in die Religion.

Auf den lieben Gott ist Verlass. Er hatt immer ein Auge auf uns, er wird es schon richten.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Lieber Fritz, wie meinst Du das indem Du sagst: "Es wird schon gut gehen."? Ich kann da nur sagen: "Es wird nicht nur gut gehen sondern es muss gut gehen!" Wir, d.h. die Menschen der gesamten Welt müssen gemeinsam zu einer Lösung finden. Wir müssen nur ein gemeinsames Ziel anstreben, das uns allen zu einem friedlichen, toleranten Beieinander verhilft. Wie klein sind doch da kleinmütige, nationale Eifersüchteleien!?