Sonntag, 28. März 2010

Wie frei sind wir wirklich?

Ich meine nicht die Freiheit, die durch das Grundgesetz garantiert wird. Also nicht die uns gesellschaftlich zustehenden Freiheiten wie Redefreiheit, Meinungsfreiheit, freie Wahl des Arbeitsplatzes und der gleichen. Ich meine die Einschränkungen, denen der Mensch von Natur aus unterliegt. Die wir glücklicherweise nicht immer wahrnehmen oder bewusst werden lassen, weil wir machtlos dagegen sind und uns nichts und niemand davor schützen kann. Aber diese Abhängigkeiten sind es, die uns a priori unfrei machen.
Es heißt, der Mensch sei frei geboren?
Stimmt das wirklich? Leider nein!
Wir unterliegen von Anfang an den Zwängen und einer gewissen Willkür unserer Umgebung. Es fängt damit an, dass wir keinen Einfluss haben auf unsere Geburt. Entweder sind wir das gewollte, bewusst geplante Zeugungsergebnis unserer Eltern oder aber gezeugt im Sinnesrausch zweier unreifer Jugendlicher oder Erwachsener, die den Zwängen ihrer körperlichen hormonellen Steuerung erlagen.
Wir haben auch keinen Einfluss auf den Zeitraum unserer Geburt, weder auf die soziale Umgebung noch auf die politische Situation, in die wir hineingeboren werden.
Nach unserer Geburt sind wir abhängig von der liebevollen oder lieblosen Versorgung unserer Eltern. Wir haben keinen Einfluss darauf, ob unsere leibliche Mutter uns pflegt und versorgt oder nicht. Glücklicherweise unterliegt sie, unsere Mutter, dem ihr von der Natur mit gegebenen Pflege und Beschützer Trieb. Dass das alles nicht selbstverständlich ist, erkennen wir dann, wenn Mütter ihr neugeborenes Baby im Stich lassen und innerlich keine Beziehung zu ihm herstellen können.
Im frühen Stadium unseres Lebens zeigt sich unsere Unfreiheit besonders deutlich: Wir können nicht selbstständig essen und trinken, wir können uns nicht vor Kälte schützen, wir können unsere Wunden nicht heilen und würden im Koot ersticken.
Das wird sich unser ganzes Leben lang so fortsetzen; nur das wir dann unsere natürlichen Bedürfnisse selbst befriedigen müssen. Und daraus ergeben sich dann weitere Unfreiheiten. Wir müssen eine Tätigkeit suchen, die es uns ermöglicht, uns selbst mit allem Lebensnotwendigen zu versorgen.Gerade in unserer Zeit zeigt sich wie viele junge Menschen daran scheitern ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Viele von ihnen geben schon auf, weil sie unbewusst wahrnehmen wie hilflos sie sind, wo immer sie halt suchen finden sie keinen Halt. Sie suchen Halt in der Gesellschaft, finden den aber nur in der Droge.
Mit dem Erwachsen werden zwingt uns die hormonelle Steuerung unseres Körpers dazu uns einen Partner zu suchen. Vielleicht werden sie jetzt protestieren und sagen, dass ausgerechnet die Auswahl und die Suche nach dem Partner ganz und gar ihre Entscheidung sei. Bis zu einem gewissen Grad stimmt das auch; aber das Gefühl der Unausgeglichenheit, das Gefühl der unbestimmten Sehnsucht nach der Zuneigung und Liebe eines anderen Menschen ist etwas, auf das wir Menschen nur bedingt Einfluss haben.
Denn alles dient ja lediglich dazu, das zu vollenden was die Natur mit uns vorhat. Wir sollen Zeugen und für Nachwuchs sorgen, damit die Kette des Lebens nicht abstirbt. Es zeigt sich wieder unserer Unfreiheit. Wir sind die Erfüllungsgehilfen eines natürlichen Plans, der statistisch damit leben kann, dass er auch in Ausnahmefällen nicht erfüllt wird.
Die Frage ist nun, ist unsere Situation hoffnungslos?
Ich denke nein.
Es hängt alles davon ab, Ob wir im tiefsten Innern akzeptieren, dass wir fremd gesteuert sind. Natürlich haben wir streckenweise auch die Möglichkeit mit eigenen Entscheidungen auf unser Leben Einfluss zu nehmen und wir sollten damit zufrieden sein.
Sicherlich sind wir in der Lage unser Leben und die Welt um uns herum zu verändern. Ob wir sie aber verbessern, das bleibt bei der sich jetzt abzeichnenden Entwicklung die große Frage.
Wir sind nur so lange frei, wie wir im Einverständnis mit uns selbst leben.

Sonntag, 17. Januar 2010

Gut oder böse



Sehr eng verbunden ist für mich mit der Frage nach Gott, das Problem von "gut" und "böse".
Im Augenblick fallen mir drei Begriffsgruppen ein, die eine gewisse Bekanntschaft miteinander zu haben scheinen.
Gut und böse
Licht und dunkel
Leben und Tod
Bei den Begriffen "gut" und "böse" ist es wie bei Licht und dunkel. Dunkel ist hier zu einem selbständigen Begriff geworden, der eigentlich das nicht vorhanden sein von Licht besetzt, also für 0 Licht steht. Dunkelheit wäre präziser mit der Abwesenheit von Licht beschrieben. Ebenso ist das Böse die Abwesenheit des Guten. Genau so bedeutet der Begriff Tod die Abwesenheit, das nicht vorhanden sein von Leben. Drei mal wurde hier das Nichts mit einem Begriff belegt, der uns vorgaukelt, es handle sich um etwas Konkretes.
Die Religion bedient sich des Begriffes "Tod" so, als wäre er eine konkrete Person. Dadurch wird der Tod noch Furcht einflößender, als er es an sich schon ist. Der Tod greift als Person, den Menschen an und nimmt ihm das Leben. Hier drängt sich die Frage auf, wieso ist der Religion so sehr daran gelegen, dem Menschen Furcht vor dem Tod einzuflößen?
Sicher um mit weiteren irrealen Begriffen arbeiten zu können, als da sind Himmel und Hölle und die damit verbundene Abrechnung zur Zeit des Todes. Eine weitere Furcht-Komponente wird ins Spiel gebracht. Es ist schwer zu verstehen, daß sich die Menschheit über Jahrhunderte dieses Spiel mit der Angst gefallen lassen hat. Um auf der Klaviatur der Angst gut spielen zu können wurden die Begriffe "gut" und "böse" von der Religion oft nach ihren Vorstellungen belegt. Gut und böse sind natürlich Begriffe, die in erster Linie für uns Menschen Relevant sind. Für den Durchschnittsmenschen sind sie verständliche Begriffe,

die das richtige und das falsche Verhalten innerhalb der menschlichen, sozialen Gemeinschaft und der von der Gesellschaft erlassenen Gesetze definieren.

Wobei man bedenken muss, das das oft nur für die eigene Gemeinschaft gilt, in anderen Gemeinschaften kann gut und böse in bestimmten Situation mit umgekehrten Vorzeichen versehen sein. Beispiel: im Islam darf eine Frau bei Todesstrafe nicht mit einem anders Gläubigen schlafen. Es ist also per Definition böse.
In den meisten westlichen Ländern ist eine religiöse Mischehe erlaubt. Aber es ist eigentlich auch nicht gut. Gut und böse belegen also nicht absolute Begriffe.
Ich habe das Gefühl, ich befinde mich in einer Sackgasse. Ich versuche es noch einmal von einer anderen Seite, was also ist gut:
Ein guter Christ zum Beispiel, glaubt an alles was in der Bibel steht.
Ein guter Christ darf nicht töten.
Ein guter Soldat tötet seine Feinde.
Ein guter Islamit tötet die Ungläubigen
Ein guter Mensch riskiert sein Leben, um einen anderen zu retten.
Ein guter Katholik heiratet keinen Protestanten.
Ein guter Mensch hilft den Hilfllosen.
Ein guter Mensch liebt alle Menschen.
Ein gutes Geschäft kann für einen anderen der Untergang sein.
Ein guter Henker tötet den Verurteilten
Ein guter Mensch liebt alle Tiere.
Ein guter Jäger schießt die Sau

Heißt das, hin und wieder muss man schon mal böse sein, um was Gutes zu bewirken?
Oder ist das Böse wirklich nur die Abwesenheit des Guten?

Freitag, 8. Januar 2010

2010

Das neue Jahr


Hast Du das neue Jahr schon mal geseh'n ?
Ich sah sein Röntgenbild im Leib der Zeit
's war wunderschön
Doch muss ich auch sehrwohl gesteh'n
es hat ein wenig wie das Alte ausgeseh'n
.. und frag ich mich,
wie mags dem Alten wohl zumute sein
wo alle sich auf's Neue freun
wo Niemand an die schönen Stunden denkt,
die es gebracht
wo's uns das Herz hat warm gemacht
Doch alle sind geradezu versessen
nur ja die Katastrophen nicht vergessen
So legen wir am Jahresende die Last des Alten
dem Neuen in die Hände
Noch ruht das Neue Jahr im Schoss der Zeit
noch schöpft es Kraft
Ich wünsche mir
daß es das Licht der Welt erblickt
ohn' daß die Last des alten Jahres
ihm die Luft abdrückt

© Fritz Fröhlich

Samstag, 24. Oktober 2009

Der Weihnachtstsunami

Warnung:
Die folgenden Zeilen enthalten gefährliche Wirkstoffe, die empfindsamen Gemütern die Freude am Weihnachtsfest verderben können!

Der Weihnachtstsunami

……..ist von einer großen zerstörerischen Kraft. Er beinhaltet alles was segensreiches Wasser mit sich bringen kann; Wohltuendes und Zerstörerisches. Jährlich überflutet er die halbe Welt. Schon lange bevor das Fest beginnt spürt man den bedrohenden Sog und die ungeheure Kraft, die von ihm ausgeht. Das fängt er an mit den frühzeitig angeboten Weihnachtssüßigkeiten in den Geschäften. Sie haben eine unglaubliche, verführerische Sogwirkung gerade auf die Jungen. Ungeduld geht von ihnen aus, große Erwartungen werden geweckt, Bedürfnisse werden verspürt. Schon lange vor dem Fest müssen Wünsche formuliert und festgelegt werden, bemüht man sich vorbereitet zu sein. Man will gut gewappnet sein wenn die große, emotionale Flutwelle über uns herein bricht. Da nützt es nichts wenn wir uns wehren, wenn wir uns sträuben; hier ist eine emotionale Kraft am Werk die jeden Widerstand zerstört und nur einige erprobte wirkliche Weihnachtshelden hervorbringt, die die Kraft haben sich dem Strom der Weihnachtschöre entgegenzustellen.
Das große Geheimnis des Weihnachtsfestes ist seine Starke gefühlsmäßige Verankerung; der Wunsch nach Feierlichkeit, nach geistlich emotionaler Erhebung, nach Außergewöhnlichem, nach Heraushebung aus dem Alltäglichen. Da verspüren sogar die völlig unmusikalischen den unstillbaren Wunsch der Festlichkeit des Tages in schrägen Dissonanzen ihren Tribut zu zahlen. Da ist die Freude auf irdische Genüsse und erlaubte Maßlosigkeit. Da ist die große Freude daran die Festlichkeit des Tages im dekorativen Glitter widerspiegeln zu lassen. Da wird ein unschuldiger Baum aus seiner natürlichen Umgebung herausgerissen um in einem Wohnzimmer als Dekorationsträger zu vertrocknen. Und da ist der unstillbare Wunsch etwas lang Ersehntes in unschuldig gespielter Überraschung als Geschenk zu bekommen, dass man am Ende wahrscheinlich noch selber bezahlen muss.
Und last not least ist da die Möglichkeit einem geliebten Menschen in selbstloser Geste eine Freude zu machen.
Nur eine Frage: Brauchen wir dazu wirklich Weihnachten? Haleluja.

P.S.: Kaum zu beschreiben ist die maßlose Freude, die ich beim Schreiben dieser Zeilen empfunden habe!

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Die Linken

Die Linken

die Bundesrepublik Deutschland rühmt sich ein demokratisches Land zu sein. Dieses Land erfüllt alle Kriterien die den Begriff "demokratisch" umfassen. (Wirklich?)
Dennoch habe ich sehr häufig das Gefühl in einem Staat von Kleingeistern zu leben. Ich beziehe mich in erster Linie auf die Art und Weise wie wir unsere demokratisch gewählten Parteien einordnen. Unter ihnen befinden sich immer Parteien, die von den großen Parteien bildlich gesehen nur mit der Kneiftzange angefasst werden.
Die Situation wie die einzelnen Parteien miteinander umgehen erinnert mich ein wenig an "Brehms Tierleben".
Wenn zum Beispiel in eine geschlossene Gemeinschaft von Elefanten im zoologischen Garten ein neues Mitglied eingeschleust wird, geht sofort die Rangelei los und der neu Hinzugekommene muss sich einiges gefallen lassen, wobei man erkennen kann, das sogar diejenigen aus der Gruppe, die sich vorher nicht grün waren, gemeinsam gegen den Neuen Vorgehen. Es dauert einige Zeit bis wieder ein neues Gruppengleichgewicht hergestellt wird, nachdem klargestellt wurde, wer welchen Rang übernehmen soll.
Nun habe ich immer gedacht, dass die Spezies Mensch sich weiter entwickelt hat als die Tiere und das sie gelernt hat unter gleichberechtigten tolerant und respektvoll miteinander umzugehen.
Ich greife einmal das Beispiel heraus, wie die etablierten Parteien mit denen umgehen, die nach der Wende in das Parteispektrum der Bundesrepublik eingedrungen sind. Die jetzigen Linken.
Bevor ich mich weiter äußere möchte ich klarstellen, dass ich weder ein Mitglied der Linken bin, noch die Linken gewählt habe. Ich versuche hier lediglich eine Einschätzung der Situation. Die Linken sind nun einmal da, ja sie sind in manchen Bundesländern erstaunlich stark vertreten. Sie haben einen großen Fehler, sie haben sich aus der ehemaligen SED eines totalitären Staates in eine demokratisch gewählte Partei entwickelt. Hierbei muss man einmal das Wort entwickelt positiv bewerten, denn sie erfüllen alle Kriterien, die das Gesetz von ihnen verlangt, so dass sie eine vom Bundeswahlleiter zugelassene Partei sind. Nur weil sie in manchen Dingen einen relativ extremen Standpunkt vertreten, haben wir nicht das Recht zu pauschalieren und ständig ihre Entwicklung aus einer Diktatur in die Demokratie als unglaubwürdig und anrüchig darzustellen. Jeder Mensch hat ein Recht darauf sich zu ändern und die Wähler einer Partei haben ein Recht darauf ernst genommen zu werden und respektiert zu werden, solange sie unter den Bedingungen der Demokratie sich nichts zu Schulden kommen lassen. (Ich erinnere an dieser Stelle an den Spruch von Konrad Adenauer: Was schert mich mein Geschwätz von gestern)
Es ist ein demokratisch unwürdiges Schauspiel 100000 de von Wählern in ihrer Aufrichtigkeit infrage zu stellen.
Es ist leider eine traurige Wahrheit, dass die Linken den Sozialdemokraten teilweise das Heft aus der Hand genommen haben, weil manche ihrer Programmpunkte den Sozialdemokraten seit ihrer Gründungszeit abhanden gekommen sind.
Die Sozialdemokraten können und wollen nicht einsehen, dass sie in ihrer Existenz bedroht sind, wenn sie weiterhin ein Zusammenarbeiten mit der Linken ablehnen. Es wäre ein leichtes die Linken auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu testen, wenn man sie in eine Koalition einbinden würde. Dann müssen sie realistische Regierungsarbeit leisten und Farbe bekennen und beweisen, ob sie als Partei politisch handlungsfähig sind oder nicht. Aber diese Chance hat die SPD verpasst. Dass ein solches Zusammengehen funktionieren könnte beweisen CDU und CSU seit Jahrzehnten. Beide stellen sich auf der einen Seite als eigenständige Parteien dar, kämpfen aber stets gemeinsam und geschlossen als eine Partei. Warum sollte das bei den Linken und der SPD nicht auch funktionieren.
Dann hätten wir wenigstens ein handlungsfähiges Gegengewicht in der Parteienlandschaft.
Grundsätzlich befürchte ich, dass bei einem Zusammengehen von CDU, CSU und FDP die sozialen Aspekte der Gesellschaft zu kurz kommen.

Samstag, 29. August 2009

Wahlgeplänkel

Die Politiker nutzen die Möglichkeit schwierige Situationen mit schönen Reden zu lösen und machen gleichzeitig unmögliche Versprechen, für deren Nichteinlösung sie höchst selten zur Rechenschaft gezogen werden.


Wahlgeplänkel


Da es so viele Definitionen und Erklärungen des Begriffes "Politik" gibt, bleibt mir nichts anderes übrig, als nach einer eigenen Definition zu suchen und komme zu dem Schluss das:

Mithilfe Der Politik die demokratisch gewählten Parteien unter Einsatz der ihnen von den Wählern gegebenen Machtmittel den Staat vor der Gefährdung von außen und innen schützen sollen. Sie sollen die innere Gerechtigkeit der gesellschaftlichen Strukturen herstellen, befrieden und erhalten und dafür sorgen, dass keiner seiner Bürger ein menschenunwürdiges Leben erdulden und führen muss. Der Staat sollte alle Mittel einsetzen um das allgemeine Wohl seiner Bürger zu erhalten und zu fördern. Der Staat sollte die Freiheit der Entfaltung begrenzen, wenn sie auf Kosten Dritter geht.

Zurzeit ist Wahlkampf. In solchen Zeiten wird sehr gerne das Wort "Friede" in den Mund genommen und gleichzeitig spricht man von "Wahlkampf". Und etwas anderes ist es wohl auch nicht. Ich sehe nur, wie die Parteien versuchen sich gegenseitig in die Pfanne zu hauen, ihre gegnerischen Kandidaten in ein schlechtes Licht zu setzen.
Es werden Versprechungen gemacht, die Worthülsen gleichen und sehr oft verantwortungslos sind, weil sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht durchführbar sind.
Indem man anderen den unredlichen Umgang mit Steuergeldern unterstellt, will man die eigene Redlichkeit herausstellen, um dann am Ende wieder von der Gegenpartei bei einer anderen finanziellen Fragwürdigkeit ertappt zu werden. Interessant ist auch, dass man die Gegenpartei zum Gegner erklärt. Am Ende erklären alle einander zum Gegner und ich frage mich als Wähler, wie soll bei solcher Gegnerschaft etwas Gutes für den Staat herauskommen. Einer kann doch nur den Schlüssel der Weisen haben. Oder sollten sie alle Recht haben?
Was die Parteien wirklich wollen und was sie wirklich können, dass erfahre ich nicht. Jeder will mein Wohl auf eine andere Weise erreichen und das verwirrt mich natürlich. Jeder behauptet von sich den Schlüssel der Weisheit in der Tasche zu haben. Wenn einer irrt, dann sind es auf jeden Fall die anderen. Und wenn dann Wahl gewesen ist, zählen nur noch die Mehrheiten und am Ende sind diejenigen, die die" einzige Wahrheit" vertreten gezwungen sich mit denen zusammenzutun die sie selbst vorher als inkompetent bezeichnet haben. So vereinigt sich die Weisheit mit Dummheit und das Ergebnis ist Mittelmäßigkeit. Das ist wahrscheinlich die einzige Regierungsform die wir verdienen: Mittelmäßigkeit.
Eine Regierung deren Kräfte gebunden sind durch Mittelmäßigkeit. Wo bleibt der Politiker, der von seinen Zielen, die Richtigkeit seiner Unternehmungen so sehr überzeugt ist, dass er es wagt zu versagen?
Davor schützt nur eines: Mittelmäßigkeit. Da hat man die größte Garantie wieder gewählt zu werden.
Als ob es nur darauf ankommt gewählt zu werden?

Mittwoch, 5. August 2009

und nun ich

Vor einiger Zeit las ich im Buch "Wer bin ich" von Richard David Precht einige philosophische Betrachtungen über den Begriff ICH. Bei aller Liebe zur Philosophie finde ich solche Analysen sehr akademisch. Es reizte mich aber, auch meinen "Senf" dazu zu geben:


Und jetzt ich:

Da streiten sich die Psychologen und die Philosophen die Mediziner über den Begriff des "ICH".
ICH frage mich, geht es hier um Rechthaberei, um Wissenschaft oder um die absolute Wahrheit. Warum müssen wir eigentlich in unserem ständigen Streben nach Tiefsinnigkeit solche Betrachtungen anstellen?
Es kann doch keine Zweifel daran geben, wenn jemand sagt: Hier bin ICH, dass wir dann wissen, was er damit sagen will. Er, die Person X. deren Gesicht identisch ist mit dem, was auf dem Dokument seines Ausweises abgelichtet ist, den wir kennen oder nicht, erscheint vor uns, wir machen uns ein Bild von ihm, sein Aussehen bleibt in unserem Gedächtnis, wir erinnern uns an seinen Körper an seine Größe, an seiner Haltung an die Art wie er geht, an seine Stimme, seine Eigenheiten und wenn wir ihn wieder einmal sehen, dann sagen wir; da ist er. Er, der sich vorgestellt hat mit dem Satz hier bin ICH.
Wir wissen jetzt um seine Identität. Aber das ist natürlich nur das äußere seiner ICH-Form. Es ist sozusagen der Buchumschlag, der einem Buch zugeordnet ist und der daher natürlich immer das gleiche Aussehen hat. Wenn wir es sehen, wissen wir genau, das ist das Buch so und so. Nun hat aber ein Buch den großen Vorteil, wir können es aufschlagen und in ihm lesen und erfahren von seinem Inhalt. Die Person aber, die sich bei mir vorgestellt hat mit dem Satz das bin ICH, hier bin ICH entscheidet selbst ob sie mich in ihrem Buch lesen lässt oder nicht. Sie kann auch ihren Text ständig ändern und sich mir ständig anders darstellen, das heißt also, es ist nicht so einfach die Person am Inhalt wieder zuerkennen, das heißt, dass es mit dem herstellen der Identität nicht so einfach ist. Ganz besonders aber, wenn die Person sich völlig anders kleidet, sich eine andere Frisur zulegt oder sich sogar einer Gesichtsoperation unterzieht. Wenn sie dann noch ihre Stimme verstellt und plötzlich völlig andere Überzeugungen und Meinungen von sich gibt, werden wir natürlich Schwierigkeiten haben hier das alte ICH zu erkennen, dass sich uns einmal vorgestellt hat. Also, haben die Philosophen recht, wenn sie feststellen, dass wir Schwierigkeiten haben mit dem Begriff des ICH?
ICH meine, wir sind in diesem Punkt ein ganzes Stück vorangekommen; denn wenn das Wesen, das sich uns einst mit dem Satz hier bin ICH vorgestellt hat sofort das Blut abgenommen bekommt, wären wir in der Lage seinen genetischen Code zu dokumentieren und damit könnten wir dann jederzeit das alte ICH wieder erkennen.
Soweit meine Betrachtung über eine Person außerhalb meines Körpers.
Wie aber sieht es um mein eigenes ICH aus? ICH denke, dass sich das leicht klären lässt, natürlich bis auf eine Ausnahmesituation. Davon später. ICH erkenne mich ständig selbst durch mein Bewusstsein. Wenn ICH morgens aufwachen, weiß ICH, wer ICH bin. ICH weiß genau dass ich derselbe Mensch bin, der am Morgen zuvor auch aufgewacht ist. Und am Tage zuvor, und den Tag davor usw. Wenn ICH mich jeden Morgen im Spiegel betrachte, erkenne ICH sofort, das ICH dort das ICH von gestern sehe , und von vorgestern usw. usw. ICH kann mich an meine Vergangenheit mehr oder weniger erinnern und kann Tatsache und Ereignisse zu ordnen, die so insgesamt nur ICH erlebt haben kann. Bis zu dem Zeitpunkt an dem ICH durch irgendeinen unglücklichen Zufall mein Gedächtnis verloren habe; aber ICH bin dann immer noch ICH, auch wenn ICH es nicht weiß, mein genetischer Code ist derselbe geblieben. Das ICH ist unzertrennlich, es besteht aus Körper und Geist, das heißt dass ICH spielt sich nicht nur in unserem Gehirn ab sondern da das Gehirn vom Körper versorgt wird, ist das ICH ein ganzes Unzertrennliches.
Soweit, so gut, jetzt ist mir nur noch ein Begriff im Wege, wo lass ich die Seele? Sie ist irgendwo im ICH versteckt! Ich denke mir, man hat sie aus dem ICH herausgelöst und das ist nach meiner Meinung nicht richtig; die Seele ist Körper und Geist an sich, sie ist eigentlich nichts anderes als ein anderer Ausdruck für ICH. Wenn ich sterbe, gibt es kein ICH mehr und somit auch keine Seele. Die Elemente meines Körpers lösen sich auf und werden eins mit dem Universum. Da ist dann auch meine Seele!!