Donnerstag, 2. September 2010

Das kann ich gut verstehen,

Das kann ich gut verstehen,

Ein Satz, der nur allzu schnell und allzu oft Verständnis und Einfühlsamkeit ausdrücken soll. Aber, tut er das wirklich? Wohl nur in den allerseltensten Fällen ist er, wenigstens im Ansatz, versuchsweise ernst gemeint.
Da sitzt er zum Beispiel am Tisch und liest die Zeitung, seine Frau kommt herein: " Mein Gott mir tun heute alle Knochen weh, ich fühle mich wie durch den Wolf gedreht. " Und er antwortet aus den Tiefen seiner Zeitung heraus: "Das kann ich gut verstehen! Ist das ernst gemeint? Nein. Er heuchelt Anteilnahme und Verständnis eigentlich nur, um Ruhe zu haben. Wie oft klagt seine Frau über ihre Rückenschmerzen und er behauptet dann immer wieder, das könne er gut verstehen. Er selbst hat noch nie Rückenschmerzen gehabt, aber zur Beruhigung seiner Frau schießt er diese Floskel ab und sie ist meistens schon zufrieden, dass er überhaupt hingehört hat.
Und da kommen wir zu des Pudels Kern. Kann er überhaupt verstehen, was es heißt Rückenschmerzen zu haben. Nein, aber warum sagt er das dann, er könne es gut verstehen? Er will in Ruhe gelassen werden. Und so geht es oft im Leben. Wir geraten in innere Verlegenheit, wenn wir Menschen begegnen, die uns ihr Leid klagen über ihr Schicksal, ihre Schmerzen und Beschwerden und ihr Herz ausschütten. Und in unserer Hilflosigkeit reagieren wird dann mit Plattitüden.
Das alte chinesische Sprichwort beinhaltet eine tiefe Wahrheit: Du kannst deinen Mitmenschen erst verstehen, wenn Du einige Meilen in seinen Schuhen gegangen bist. Aber was sollen wir in solchen Fällen überhaupt tun? Wäre es nicht ehrlicher, wenn er sagen würde: "Es tut mir leid ich habe noch nie Rückenschmerzen gehabt und ich kann mir leider nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. "
Ich denke, wir zeigen mehr Verständnis, wenn wir solche inhaltslosen Äußerungen unterlassen und da, wo wir in der Lage sind unaufgefordert mit wachen Augen helfen. Wäre es nicht tröstender und liebevoller in meinem Beispiel, wenn er seine Zeitung zusammenfalten würde, aufstehen würde, und seine Frau in den Arm nehmen würde?
Wenn wir ehrlich sind, ist es fast immer unmöglich, die Situation eines anderen Menschen nach zu empfinden und zu verstehen. Wir können vielleicht analoge Verhältnisse zurate ziehen in denen wir dies oder das empfunden oder gefühlt haben oder erlebt haben, aber dennoch waren es dann unsere Gefühle und unsere Erlebnisse und es ist schwer für uns festzustellen, ob wir sie genauso empfunden und gefühlt haben, wie unser Mitmensch. Leider oder glücklicherweise gibt es noch keine Messinstrumente, die mit absoluter Objektivität Schmerz und Leid messen können.
Mein Vorschlag: Wenn wir nicht aus tiefster, Inneren Überzeugung behaupten können: "Das kann ich gut verstehen," sollten wir es unterlassen..... Und das könnte ich dann wirklich gut verstehen!

Sonntag, 22. August 2010

Science-Fiction, die Märchen unserer Zeit?

Was hat sich eigentlich wesentliches geändert?
Früher hatten wir unsere Märchen und heute haben wir eine Weiterentwicklung, die Science-Fiction Ideen. In den Märchen geschah ständig ungewöhnliches. Es gab Zauberer, Gute und böse. Es gab Pulver, Rezepte, die außergewöhnliches bewirken.
Viel anders ist es auch nicht in den Science-Fiction.
Der Weltraum, was fasziniert uns eigentlich so sehr daran, wir sind nicht einmal in der Lage die Probleme dieser Erde zu lösen und schon streben wir nach Höherem. Es ist schwierig für dieses Phänomen eine Erklärung zu finden. Grundsätzlich ist der Mensch von Natur aus neugierig und ihn interessiert alles was ungewöhnlich, sehr selten und nicht machbar; aber erstrebenswert ist.
Wir werden von der Natur zu den vielfältigsten Aktionen angeregt. Wir beobachten die Fische und schon haben wir den Wunsch, uns mit entsprechenden Apparaturen und Gerätschaften auszurüsten um auch in ihren Bereich vorzudringen.
Genauso wurden wir von den Vögeln angeregt.
Es hat den Menschen keine Ruhe gelassen eine Möglichkeit zu finden, sich selbst von der Erde zu erheben und genauso ungebunden und frei in der Luft zu schweben wie ein Vogel.
Aber das ist uns immer noch nicht genug, es ist uns immer noch zu eng, wir wollen heraus in die Weite des Universums und die Fahrzeuge und Gerätschaften die wir dazu noch nicht haben, die erfinden wir uns in unserer Fantasie. Auf dem Gebiet sind wir schon sehr weit. In unserer Fantasie, in den Science-Fiction gibt es nichts, was wir nicht erreichen können.
Wir besitzen Raumschiffe, die jeder Situation gewachsen sind, die sogar mit Überlichtgeschwindigkeit in den Weltraum vordringen. Es wird gebeamt, dass es nur so kracht. Wir haben ein Stargate, mit dem wir innerhalb von tausendstel Sekunden in jede beliebige Galaxie vordringen. Da brauchen wir nicht einmal ein Raumschiff.
Jedes Mal, wenn etwas unmöglich und unlösbar zu sein scheint, lassen wir uns eine Lösung einfallen, die auf der einen Seite eine gewisse Wahrscheinlichkeit und Möglichkeit beinhaltet, von deren Realisierung wir in Wirklichkeit aber Lichtjahre entfernt sind. Es ist interessant, dass sogar Wissenschaftler sich diesen ungewöhnlichen Ideen nähern, und sie für prüfenswert halten.
Und hier beginnt die Frage interessant zu werden.
Warum stecken wir so viel Energie in den Versuch, eine brauchbare Lösung für unsere fantastischen Vorstellungen zu finden.
Wir haben es schon geschafft, in den Weltraum vorzudringen; aber dieser erste Schritt zeigt uns auch, wie unglaublich weit wir von einer Lösung entfernt sind, die auch nur annähernd an die Vorstellungen der Fantasie herankommt.
Die Idee des Science-Fiction beruhte ja zunächst auf der Fantasie einiger, in der Wissenschaft als Fantasten abgetaner Schriftsteller, und doch haben sich mittlerweile auch viele Wissenschaftler von diesem Thema anstecken lassen. Einer der frühen wissenschaftlich romantischen Autoren war Jules Verne, um nur einen Namen zu nennen. Er arbeitete mit viel wissenschaftlicher und technischer Intuition. befassen wir uns mit diesen utopischen Ideen aus langer Weile, oder gibt es da irgendetwas tief im innern, das uns antreibt, dass uns keine Ruhe lässt. Und, gibt es vielleicht in einigen Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden rückblickend die Erkenntnis, dass es kein menschlicher Spieltrieb war, sondern eine in uns, uns nicht bewusst werdende Antriebsenergie gibt?
Tun wir etwas, das irgendwann in der Zukunft einmal einen wesentlichen Sinn ergibt, die Menschheit oder das Leben der menschlichen Spezies zu erhalten? Werden wir eines Tages feststellen, dass es gut war, diese ungewöhnlichen Ideen durch zu spielen oder teilweise zu verwirklichen, weil sie der Menschheit eine Möglichkeit gegeben haben, sich aus einer ernsthaften Krise, die das Leben auf dieser Erde bedroht, zu retten und so eine Lösung für den Fortbestand der Spezies Mensch zu finden?
Es erscheint auf den ersten Blick ein wenig verwegen, so weit zu denken.
Es sieht im Moment nicht so aus, dass wir uns eines Tages im Weltraum bewegen können, wie wir das heute mit unseren Autos oder Flugzeugen tun. Noch sehen unsere Bemühungen der Raumfahrt vergleichsweise so aus, als wolle man mit einem Paddelboot den Ozean überqueren.
Das interessante an der Idee der Science-Fiction ist aber, dass sie uns, was die Raumfahrt anbetrifft, eine Zielmarke setzen.
Obwohl wir wissen wie unerreichbar fern diese Zielmarke ist, scheuen wir keine Gefahren und Anstrengungen und streben unerbittlich danach, sie zu erreichen.
Noch scheint eine Lösung nicht in Sicht, aber es ist nicht das erste Mal in der Geschichte der Technik und Physik, dass sich plötzlich, ganz unerwartet und überraschend, neue Möglichkeiten bieten.

Dienstag, 18. Mai 2010

Die Hoffnung stirbt zuerst

Was ich im Augenblick unerträglich finde, ist das permanente Heraufbeschwören, der eventuell auf uns zukommenden Katastrophen. Fast glaube ich, als wollten sich alle absichern für den Fall, dass die Katastrophe wirklich eintrifft.
Da kann man dann mit gutem Gewissen sagen, wir haben euch gewarnt, es musste so kommen, es war unabwendbar. Ich glaube aber es ist erlaubt zu fragen, ist es wirklich klug ständig Katastrophenszenarien auszubreiten? Das kann doch nicht ohne Wirkung auf die Bevölkerung sein, die sich dadurch zunehmend immer weiter verunsichert fühlt. Raubt man ihr nicht die Kraft, etwas zu verändern? Wenn man ständig so tut, als seien die Dinger unabwendbar, warum soll sich der Einzelne dann noch in seiner Privatsphäre anstrengen?
Dieser Prozess der infektiösen Angstmacherei hilft uns allen nicht. Er macht uns nur unsicher. Oder glaubt man, man könne dadurch eine Haltung wie; nun erst recht, wir lassen uns nicht einschüchtern erreichen?
Was bleibt den Menschen von heute noch? Es wird ihnen indirekt klargemacht, dass sie vom Staat nicht mehr viel zu erwarten haben, weil er mittellos ist! Aber halt mal, der Staat, wer ist das eigentlich? Sind wir nicht der Staat?
Ein Staat mit hohen Bruttosozialprodukt ist nicht in der Lage, seine Bürger, die dieses Produkt erwirtschaftet haben, daran teilhaben zu lassen? Er darf auch für die Zukunft nicht allzu viel erwarten. Am besten gewappnet ist er, wenn er sich ein gnadenloses Altern in Armut vorstellt. Arbeit wird es nur noch für wenige geben. Die Privilegierten. Warum versucht man immer wieder den Menschen einzureden, man sei wirklich in der Lage Arbeitsplätze zu schaffen, wo doch auf der anderen Seite mit immensen Kapitalinvestitionen versucht wird immer mehr zu rationalisieren?
Und dann ständig die Ausrede, es gäbe zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte. Man hat aber auch kein Geld, um Jugendliche in die Lage zu versetzen, die Fähigkeiten zu erwerben, die sie brauchen um sich in dieser Gesellschaft durchzusetzen. Und warum entwickelt diese Jugend so wenig Ehrgeiz? Begreift denn niemand die Hoffnungslosigkeit ihrer Situation, was die Zukunft anbetrifft. Glaubt man denn wirklich, dass die Jugendlichen dafür kein Gespür haben?
Auf der anderen Seite will die Politik uns klarmachen, dass sie keinen Einfluss auf die Manipulationen und Spekulationen an den Börsen hat, weil man gleichzeitig das ganze System gefährde? Hat man denn nur noch offene Ohren für die Lobbyisten.
Werden wir von der Politik oder vom Kapitalmarkt regiert? Ist unsere Demokratie nur ein Scheingebilde? Die Politiker reden sich immer damit heraus sie können keine finanzmarktpolitischen Maßnahmen ergreifen, wenn es nicht alle täten. Wann endlich besitzt ein Politiker mal den Mut den Anfang zu machen? Ich bin ganz sicher, das ein gutes Beispiel auch Nachahmer finden wird. Aber der Mut zum guten ist den Politikern schon längst abhanden
gekommen.
Ich kann nur eines sagen: Hilfe, wer rettet die Demokratie.

Montag, 26. April 2010

Das Leben ist schön??

Sklaventum


Wie bitter ist das Sklaventum
Man dient stets einem Herrn
Nur Dir, o Eros, dienen wir
als Sklaven allzu gern

Was es auch sei
Das uns in Deinem Dienst bedroht
Wir finden alles halb so schlimm
und trotzen jeder Not
Und doch......
Was für ein Leben wäre das
Befreit von deiner Sklaverei?
Wir könnten wieder Menschen sein
Wir wär'n ein bisschen frei!

Doch ob wir dann zufrieden wär`n ?
Ich glaub` wir beteten dann bald
O, Eros komm und puste mal
In mir ist es so kalt

© Fritz Fröhlich

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Eine gute Freundin schickte mir diesen Spruch:

Das Leben ist nicht so, das Leben ist ganz anders. (Tucholsky)
Wenn es also anders ist, ist es dann wenigstens
schön?
Jedenfalls sehr häufig, also manchmal schon, obwohl, so richtig schön? Ich weiß nicht. Irgendwie kommt es drauf an, wie man das sieht. Je mehr ich darüber nachdenke, weiß ich eigentlich nicht so genau, was schön ist an diesem Leben.
Es ist furchtbar, je eingehender ich eine Idee ergründen will, umso mehr zerrinnt sie mir zwischen den Fingern. Das, von dem ich früher geglaubt habe, es sei alles so eindeutig und klar, verliert an Kontur. Ich meine, was ist denn eigentlich schön? Normalerweise verwenden wir diesen Begriff für irgendwelche Gegenstände. Es gibt schöne Bilder, es gibt schöne Möbel, es gibt schöne Vasen und sogar schöne Frauen und natürlich auch Männer. Letzten Endes bestimmt jeder selbst, was schön ist. Also bevor ich mich jetzt hier wieder verzettel; es gibt wirklich Augenblicke, in denen ich geglaubt habe, das Leben ist schön. Aber dieser Begriff "schön" für das Leben ist ja eigentlich ein Sammelbegriff für; ich bin zufrieden, ich bin einverstanden, ich fühle mich wohl, ich empfinde Freude in mir, ich bin mit allem im Einklang.
Aber auch diese Schönheit ist grundsätzlich vergänglich, der Zeit unterworfen. So gibt es nur selten im Leben Zeiten, die permanent schön sind. Und letzten Endes schon gar nicht für jedermann.
Er liebt die Berge, sie liebt das Meer. Er findet die Alpen schön, sie findet alles so erdrückend, so hoch, beklemmend, beengend. Dagegen die unendliche Weite des Meeres, der flache Horizont, der glitzernde Sand in der Sonne, die leichte Brise, die Möwen, die befreiende Weite. Na ja, der Volksmund weiß es schon lange: Schönheit liegt im Auge des Betrachters.
Es soll ja Menschen geben, die haben alles was sie brauchen und sind nicht der Meinung, dass das Leben schön ist. Daneben soll es Leute geben, die nichts haben und die finden, das das Leben schön ist. Sie preisen die Freiheit, die Unabhängigkeit und die Abenteuerlichkeit ihres Lebens.
Während sich mancher Reiche über die Last des Vermögens, die damit verbundenen Verpflichtungen, das Gebunden sein und die ständige Sorge um den Erhalt kümmern muss, hat er nichts zu befürchten außer, das Finanzamt.
Irgendwie drängt sich die Frage auf, wie hätten sie's denn gern? Keine Geldsorgen, keine Neider, ein unauffälliges, ungestörtes Leben in einer schönen Umgebung, möglichst allein? Allein schon, aber bitte mit einem liebenswerten Man oder einer schönen Frau, das sollte dann doch wohl schon sein. Natürlich dann auch ein super harmonisches Leben. Keine Eifersüchteleien, keine Streitereien, nur Honeymoon, nur Sonnenschein und Liebe. Keine Bedrohung, keine Krankheiten, keine Sorgen um die Kinder? Nun ja das ist sicher wohl nicht zu viel verlangt, dass sind alles ganz bescheidene Wünsche. Ja, vielleicht könnte ein schönes Leben so aussehen. Schön wär's!!
Allerdings kann man das Leben auch schön finden, ohne einen Partner.
Sicherlich reden wir uns auch manchmal das Leben schön, als eine Art Schutzfassade. Wir wollen nicht von denen, denen es besser geht bemitleidet werden.
Also, ein dauerhaft schönes Leben ist eine Illusion.
Eines aber wird dieses Leben immer sein:
Ein fantastisches Leben, ein Leben voller Staunen, voller Wunder, voller Rätsel, voller Abenteuer, voller Überraschungen.
Und das allein ist schon schön.

Donnerstag, 22. April 2010

Optimist - Pessimist



In meiner Jugend galt ich bei meinen Freunden als Optimist, als hoffnungsloser Optimist, der die Welt verbessern will. Darüber hinaus fanden sie mich noch äußerst naiv. Ich glaubte damals noch fest daran, dass sich das Gute immer durchsetzen würde. Ich war fest davon überzeugt, dass der feste Wille und Beharrlichkeit jede Schwierigkeit überwinden. Jede!
Ganz schön naiv, nicht war?
Ja, ich träumte davon, diese Welt zu verändern, zu verbessern. Ich war so sehr damit beschäftigt, mir zu überlegen, was alles anders sein müsse, was unternommen werden müsse, und wie es unternommen werden müsse, dass ich die augenblicklichen Probleme gering schätzte.
Ich wartete voller Ungeduld auf den Tag, an dem ich die Schule hinter mir lassen würde. Ich wollte endlich handeln. Die Schule hinderte mich nur daran. Reine Zeitverschwendung. Und dann endlich war es soweit. Die Schulzeit war worüber. Ich konnte Aufatmen und das wirkliche Leben beginnen, von dem ich geträumt hatte. Nur, man wird mir verzeihen, ich musste erst einmal verschnaufen, nur einen kurzen Augenblick. Ich habe mich dabei dann doch wohl ein wenig zu lange aufgehalten und wurde plötzlich vom wirklichen Leben überrollt. Ich brauchte Geld. Also wurde erst einmal Geld verdient. Und, um das Maß voll zu machen, kam mir auch noch die Liebe dazwischen. Ich kam ins Trudeln und wusste nicht mehr so recht, wo ansetzen beim Weltverbessern. Wenn ich mir die Ziele meiner Jugend ins Gedächtnis rief, dann spürte ich immer deutlicher, dass alles noch einmal überdacht werden sollte. Präzisiert werden. Der Kern muss herausgeschält werden.
Aber, doch, das Ganze war machbar. Nur im Augenblick hatte ich leider keine Zeit dazu. Ich hatte inzwischen 2 Kinder und die Familie verlangte ihr Recht. Na, dass versteht doch jeder vernünftige Mensch. Und so wurde der Kern meiner Ideen immer kleiner und kleiner.
Ich gestand mir schließlich ein: So wie ich es gewollt hatte war es nicht möglich die Menschen und die Welt zu verändern. In einer Welt, in der der Kampf Mann gegen Mann schon am Arbeitsplatz beginnt, hatte ich keine Chancen.
Bei soviel Egoismus, Neid und Hass hat das Gute einen schweren Stand. Ich wurde Pessimist. Hoffte auf nichts, glaubte an nichts und zweifelte an allem.
Donnerwetter, dachte ich bei mir, was hast du doch für kluge Freunde gehabt. Sie wussten schon in jungen Jahren, wie diese Welt läuft. Während ich noch träumte, waren sie schon erwachsen. Aber da ich gerade meine skeptische Phase hatte, begann ich auch daran zu zweifeln, dass sie schon in jungen Jahren soviel klüger und welterfahrener waren als ich. Waren sie nicht eher altklug, hatten Zweifel und Pessimismus von den Erwachsenen übernommen, nichts, was sie selbst erfahren hatten?
Meine ständigen Zweifel lähmten meine Aktivität. Ich war an nichts mehr interessiert.
Das Leben aber ist Bewegung und Veränderung. Wir müssen den Dingen gegenüber aufgeschlossen sein, die um uns herum geschehen. Pessimismus ist in seiner letzten Konsequenz Selbstmord. Und dazu war ich keineswegs bereit. In mir begann der Optimismus wieder kleine Triebe zu treiben. Diese Welt bestand nun schon seit etlichen tausend Jahre. Naiv zu glauben die Vorfahren hätten nicht ähnliche Krisen durchgemacht. Und doch hatte sich diese Welt weiterentwickelt, langsam, aber stetig, trotz der vielen niederschmetternden Erfahrungen zeichnete sich ein Aufwärtstrend ab, warum sollte ich da abseits stehen und langsam dämmerte es mir;

Vielleicht wächst unsere Wirklichkeit auf dem Nährboden unserer Träume

Mittwoch, 14. April 2010

Verse ( Doch nicht so hoffnungslos!?)

Der Tag, sprach Fritz, ist schon gelungen
ein Vers ist meinem Hirn entsprungen
Woher er kam, kann ich nicht sagen
mit Sicherheit nicht aus dem Magen
Er lag im Hirn lang auf der Lauer
begrenzt durch die Beschränktheitsmauer
es fehlte ihm die Kraft zum Sprung
denn schließlich ist mein Hirn nicht jung
Gesegnet aber sei die Stunde
denn heut entsprang er meinem Munde
Hups, war er draussen, laut und klar
und .....
reimte sich sogar

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Tempora mutantur

Früher, als die Zeit verflog
Geschah das alles analog
Heute, und das ist fatal
Geht das nur noch digital

© F.Fröhlich

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Es ist hoffnungslos!!???


Als ich 71 Jahre alt war lass ich in einer Zeitung eine Notiz über das statistische Alter der deutschen Frauen und Männer und ich erfuhr, dass das Durchschnittsalter des heutigen deutschen Mannes bei 76 Jahren liegt. Ich war damals noch sehr optimistisch und nahm mir vor, das schaffst du auf jeden Fall. Ich hatte also, wohl bemerkt, etwas worauf ich hoffte. Soweit so gut. Ich habe es geschafft. Ich bin 76 und sogar darüber hinaus inzwischen 80 geworden. Ich frage mich heute noch wie ich das gemacht habe. Aber ich habe es geschafft.
Nun ist es aber auch eine Tatsache, dass ich seitdem ein statistisch überlebender Toter bin. Das ist eine unangenehme Feststellung und ich frage mich, worauf soll ich jetzt noch hoffen?
Habe ich damals einen Fehler gemacht? Habe ich meine Hoffnung und meine Erwartung zu niedrig angesetzt? Wäre es nicht klug gewesen meine Erwartungen und Hoffnungen auf 120 zu setzen?
Nun, das kann man jetzt nicht mehr ändern ich kann jetzt nur darauf hoffen, dass das kein Statistiker merkt?
Als ich heute Morgen aufwachte, habe ich mir, sowie ich das jeden Morgen jetzt mache, ersteinmal dazu gratuliert, dass ich noch lebe. Das ist immer eine große Überraschung für mich, denn man weiß ja nie, was über Nacht alles so passiert kann. Als Nächstes kommt dann gleich die Ernüchterung, ich stelle fest; das ist doch alles hoffnungslos..... Nun ja, ich bin wenigstens noch im Spiel?!
Worauf soll ich denn nun hoffen? Auf das Früstück, das jetzt unweigerlich stattfinden wird? Nun das bringt keine große Überraschung. Das ich natürlich wieder einmal vergeblich darauf hoffe, dass der Briefträger endlich die Nachricht bringt, dass ich in der Lotterie ein paar Millionen gewonnen habe, das kannste vergessen. Darauf warte ich nun seit einigen Jahren. Auch das Los der Fernsehlotterie hat bisher noch nichts gebracht. Es ist hoffnungslos.
Auch das Wetter bringt nichts Neues, mal scheint die Sonne, mal stürmt es, mal regnet es, mal schneit es, es ist immer dasselbe, es ist hoffnungslos.
Aber der mir immer noch innewohnende Überlebenstrieb und meine volle Blase zwingen mich zum Aufstehen. Ich mache mich auf in Richtung Bad. Ich bin mir in solchen Augenblicken immer sicher, dass meine Frau mir folgen wird. Sie ist grundsätzlich von etwas verminderter Entschlusskraft und nimmt es immer dankbar hin, dass sie mein Aufstehen zum Anlass ihres Aufstehens nehmen kann. Na ja, nun folgt die übliche Routine, ein bisschen Wasser hier ein bisschen Wasser da, anziehen und dann ab in Richtung Esstisch, auf dem ich neuerdings immer meinen Laptop stehen habe, um, während meine Frau in der Zeitung blättert, mir die neuesten Nachrichten aus dem Internet zu holen. Das dient in erster Linie der Absicherung, so habe ich doch die Bestätigung, dass die Erde sich noch dreht und ich wirklich noch dabei bin.
Aber wie sie ja auch wissen, es ist hoffnungslos, jeden Tag die statistisch fälligen Morde, Erdbeben, Tornados, Terroristen, Zugunglücke, Flugzeug abstürzte und das ewige Politiker " Bla, Bla",
Danach kommt bei mir aber Hoffnung auf. Die stille Hoffnung darauf, dass mir einer meiner Freunde, denen ich eine E-Mail geschickt habe, geantwortet hat. Das ist ein Augenblick, den ich bewusst immer etwas hinauszögere, weil ich mir im tiefsten Inneren einen kleinen Funken Hoffnung bewahrt habe, obwohl ich weiß, dass, seitdem es diese moderne Kommunikationsmöglichkeit gibt, die Antwortmoral erheblich nachgelassen hat.
Ich lese also erst, um mir die Spannung zu erhalten, die ewig langweiligen Politiker Statements und Entscheidungen und die so klugen Äußerungen der Opposition und deren Unbestechlichen Lösungsansätze.
Es ist immer dasselbe, es ist hoffnungslos.
Wenn ich dann meinen morgendlichen Tiefpunkt erreicht habe und kurz vor einer Depression stehe, dann, dann versuche ich in einem heroischen Ansatz von Hoffnung meine eingegangenen E-Mails zu öffnen.
Scheiße, es ist hoffnungslos, wieder keiner geantwortet. Alles nur Werbung. Was denken die sich dabei einem alten Mann von 80 Jahren jede Hoffnung zu nehmen.
Ich blicke auf und meine Frau erkennt in meinen Augen sofort, was los ist: "Wieder keiner geantwortet?"
"Nein, aber ich hoffe du hast gut geschlafen?"
"Ja das habe ich!"
"Da bin ich aber froh"
Meistens sagt sie dann: "Mach dir nichts daraus, es bleibt dir immer noch die Hoffnung auf morgen."
Es ist hoffnungslos, sie ist und bleibt ein Optimist.

Dienstag, 13. April 2010

Lachen kann tödlich sein

David und Goliath !

Eines Tages traf eine Maus auf einen Löwen.
„ Hab ich dich endlich“, fauchte sie und richtete sich hoch auf, indem sie sich auf die Hinterbeine stellte.
„ Heute hat dein Stündlein geschlagen. Sprich dein letztes Gebet, in wenigen Sekunden werde ich dich zerfleischen. Mich dürstet nach deinem Blut!“
Für Sekunden war der Löwe über soviel Dreistigkeit sprachlos, dann aber konnte er nicht mehr an sich halten und lachte, lachte, lachte und hat sich schließlich totgelacht.
„ Schade, seufzte die Maus enttäuscht, ein ehrlicher Kampf wäre mir lieber gewesen.

© F.Fröhlich