Sklaventum
Wie bitter ist das Sklaventum
Man dient stets einem Herrn
Nur Dir, o Eros, dienen wir
als Sklaven allzu gern
Was es auch sei
Das uns in Deinem Dienst bedroht
Wir finden alles halb so schlimm
und trotzen jeder Not
Und doch......
Was für ein Leben wäre das
Befreit von deiner Sklaverei?
Wir könnten wieder Menschen sein
Wir wär'n ein bisschen frei!
Doch ob wir dann zufrieden wär`n ?
Ich glaub` wir beteten dann bald
O, Eros komm und puste mal
In mir ist es so kalt
© Fritz Fröhlich
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Eine gute Freundin schickte mir diesen Spruch:
Das Leben ist nicht so, das Leben ist ganz anders. (Tucholsky)
Wenn es also anders ist, ist es dann wenigstens
schön?
Jedenfalls sehr häufig, also manchmal schon, obwohl, so richtig schön? Ich weiß nicht. Irgendwie kommt es drauf an, wie man das sieht. Je mehr ich darüber nachdenke, weiß ich eigentlich nicht so genau, was schön ist an diesem Leben.
Es ist furchtbar, je eingehender ich eine Idee ergründen will, umso mehr zerrinnt sie mir zwischen den Fingern. Das, von dem ich früher geglaubt habe, es sei alles so eindeutig und klar, verliert an Kontur. Ich meine, was ist denn eigentlich schön? Normalerweise verwenden wir diesen Begriff für irgendwelche Gegenstände. Es gibt schöne Bilder, es gibt schöne Möbel, es gibt schöne Vasen und sogar schöne Frauen und natürlich auch Männer. Letzten Endes bestimmt jeder selbst, was schön ist. Also bevor ich mich jetzt hier wieder verzettel; es gibt wirklich Augenblicke, in denen ich geglaubt habe, das Leben ist schön. Aber dieser Begriff "schön" für das Leben ist ja eigentlich ein Sammelbegriff für; ich bin zufrieden, ich bin einverstanden, ich fühle mich wohl, ich empfinde Freude in mir, ich bin mit allem im Einklang.
Aber auch diese Schönheit ist grundsätzlich vergänglich, der Zeit unterworfen. So gibt es nur selten im Leben Zeiten, die permanent schön sind. Und letzten Endes schon gar nicht für jedermann.
Er liebt die Berge, sie liebt das Meer. Er findet die Alpen schön, sie findet alles so erdrückend, so hoch, beklemmend, beengend. Dagegen die unendliche Weite des Meeres, der flache Horizont, der glitzernde Sand in der Sonne, die leichte Brise, die Möwen, die befreiende Weite. Na ja, der Volksmund weiß es schon lange: Schönheit liegt im Auge des Betrachters.
Es soll ja Menschen geben, die haben alles was sie brauchen und sind nicht der Meinung, dass das Leben schön ist. Daneben soll es Leute geben, die nichts haben und die finden, das das Leben schön ist. Sie preisen die Freiheit, die Unabhängigkeit und die Abenteuerlichkeit ihres Lebens.
Während sich mancher Reiche über die Last des Vermögens, die damit verbundenen Verpflichtungen, das Gebunden sein und die ständige Sorge um den Erhalt kümmern muss, hat er nichts zu befürchten außer, das Finanzamt.
Irgendwie drängt sich die Frage auf, wie hätten sie's denn gern? Keine Geldsorgen, keine Neider, ein unauffälliges, ungestörtes Leben in einer schönen Umgebung, möglichst allein? Allein schon, aber bitte mit einem liebenswerten Man oder einer schönen Frau, das sollte dann doch wohl schon sein. Natürlich dann auch ein super harmonisches Leben. Keine Eifersüchteleien, keine Streitereien, nur Honeymoon, nur Sonnenschein und Liebe. Keine Bedrohung, keine Krankheiten, keine Sorgen um die Kinder? Nun ja das ist sicher wohl nicht zu viel verlangt, dass sind alles ganz bescheidene Wünsche. Ja, vielleicht könnte ein schönes Leben so aussehen. Schön wär's!!
Allerdings kann man das Leben auch schön finden, ohne einen Partner.
Sicherlich reden wir uns auch manchmal das Leben schön, als eine Art Schutzfassade. Wir wollen nicht von denen, denen es besser geht bemitleidet werden.
Also, ein dauerhaft schönes Leben ist eine Illusion.
Eines aber wird dieses Leben immer sein:
Ein fantastisches Leben, ein Leben voller Staunen, voller Wunder, voller Rätsel, voller Abenteuer, voller Überraschungen.
Und das allein ist schon schön.
Montag, 26. April 2010
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