Dienstag, 23. Oktober 2007

Und immer wieder Eva Hermann

23.10.2007


Meine Frau war einkaufen und weil mich das Thema so beschäftigt, hat sie mir den "Stern" mitgebracht. Nun hatte ich geglaubt das Thema Eva Hermann sei endlich ausdiskutiert und hinreichend von allen Seiten beleuchtet worden.

Es ist durchaus angebracht, dass sich der "Stern" mit der Einordnung und Bewertung der Ereignisse und Ziele des Dritten Reiches befasst. Aber muss das Ganze Ausgerechnet an der Person Eva Herman aufgehängt werden? Hat sie wirklich diesen Stellenwert? Oder wird sie nicht einfach benutzt?

Wenn ich immer wieder lese, Eva Herman habe nur die Absatz - Quote ihres Buches im Kopf, dann frage ich mich, was dieses Titelbild des

"Sterns" denn anderes bewirken sollte als Absatz und Quote. Die Einordnung Eva Hermanns in das Titelbild dieser Zeitung empfinde ich persönlich als eine Unverschämtheit. Ich mag solche Formulierungen durchaus nicht, aber, ist Eva Herman jetzt wirklich zum Abschuss freigegeben?


Am 10.10.2007 schrieb ich dazu:

Das war kein Ruhmesblatt für das ZDF.

Ich habe keines der Bücher von Eva Herman gelesen, also werde ich mich hüten dazu Stellung zu nehmen. Das hätten tunlichst die drei anderen Teilnehmer dieses Abends auch tun sollen. Ich habe Bauchschmerzen dabei bekommen, als ich zu sehen musste, mit welcher Unverschämtheit es einem Moderator erlaubt ist einen Menschen öffentlich nieder zu machen.

Wenn Herr Kerner wegen dieses Abends nicht zur Rechenschaft gezogen wird, muss ich an der demokratischen Grundhaltung des Senders zweifeln. Übrigens: Wenn man sich schon aufregt über die Bemerkung mit den Autobahnen, sollte man auch wissen, dass sie vor Hitler geplant waren, und er sie für seine Zwecke benutzt hat. Tatsache ist auch, dass wir das Autobahnsystem benutzten und ausgebaut haben. (Ist das nun schon wieder ein politisch unkorrekter Vergleich? )

Wenn Herr Kerner schon über Frau Hermann reden will, dann sollte er fairerweise Gäste einladen, von denen er sicher sein kann, sie haben das Buch gelesen. Und außerdem gehört es zur Fairness wenigstens von vornherein einen der Gäste auf der Seite des " Angeklagten" zu wissen. Außerdem sollte man soweit psychologisch geschult sein, dass man ahnt, dass eine Frau, die sich so in die Ecke gedrängt fühlt, und wenn sie noch so intelligent ist, nicht emotionslos über ihre Situation reden kann und dabei könnten Tränen fließen, und das war sicher das Letzte was Eva Hermann wollte.

Schon Ovid hat gesagt: In eigener Sache ist was Eigenes um´s plädieren. Wenn man das einmal im Betracht zieht, hat sich Frau Hermann logisch und klug verhalten, was man von Herrn Kerner nun beim besten willen nicht sagen kann. Jedenfalls werde ich mir keine Sendungen mehr mit Herrn Kerner ansehen.


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