Der Tag, sprach Fritz, ist schon gelungen
ein Vers ist meinem Hirn entsprungen
Woher er kam, kann ich nicht sagen
mit Sicherheit nicht aus dem Magen
Er lag im Hirn lang auf der Lauer
begrenzt durch die Beschränktheitsmauer
es fehlte ihm die Kraft zum Sprung
denn schließlich ist mein Hirn nicht jung
Gesegnet aber sei die Stunde
denn heut entsprang er meinem Munde
Hups, war er draussen, laut und klar
und .....
reimte sich sogar
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Tempora mutantur
Früher, als die Zeit verflog
Geschah das alles analog
Heute, und das ist fatal
Geht das nur noch digital
© F.Fröhlich
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Es ist hoffnungslos!!???
Als ich 71 Jahre alt war lass ich in einer Zeitung eine Notiz über das statistische Alter der deutschen Frauen und Männer und ich erfuhr, dass das Durchschnittsalter des heutigen deutschen Mannes bei 76 Jahren liegt. Ich war damals noch sehr optimistisch und nahm mir vor, das schaffst du auf jeden Fall. Ich hatte also, wohl bemerkt, etwas worauf ich hoffte. Soweit so gut. Ich habe es geschafft. Ich bin 76 und sogar darüber hinaus inzwischen 80 geworden. Ich frage mich heute noch wie ich das gemacht habe. Aber ich habe es geschafft.
Nun ist es aber auch eine Tatsache, dass ich seitdem ein statistisch überlebender Toter bin. Das ist eine unangenehme Feststellung und ich frage mich, worauf soll ich jetzt noch hoffen?
Habe ich damals einen Fehler gemacht? Habe ich meine Hoffnung und meine Erwartung zu niedrig angesetzt? Wäre es nicht klug gewesen meine Erwartungen und Hoffnungen auf 120 zu setzen?
Nun, das kann man jetzt nicht mehr ändern ich kann jetzt nur darauf hoffen, dass das kein Statistiker merkt?
Als ich heute Morgen aufwachte, habe ich mir, sowie ich das jeden Morgen jetzt mache, ersteinmal dazu gratuliert, dass ich noch lebe. Das ist immer eine große Überraschung für mich, denn man weiß ja nie, was über Nacht alles so passiert kann. Als Nächstes kommt dann gleich die Ernüchterung, ich stelle fest; das ist doch alles hoffnungslos..... Nun ja, ich bin wenigstens noch im Spiel?!
Worauf soll ich denn nun hoffen? Auf das Früstück, das jetzt unweigerlich stattfinden wird? Nun das bringt keine große Überraschung. Das ich natürlich wieder einmal vergeblich darauf hoffe, dass der Briefträger endlich die Nachricht bringt, dass ich in der Lotterie ein paar Millionen gewonnen habe, das kannste vergessen. Darauf warte ich nun seit einigen Jahren. Auch das Los der Fernsehlotterie hat bisher noch nichts gebracht. Es ist hoffnungslos.
Auch das Wetter bringt nichts Neues, mal scheint die Sonne, mal stürmt es, mal regnet es, mal schneit es, es ist immer dasselbe, es ist hoffnungslos.
Aber der mir immer noch innewohnende Überlebenstrieb und meine volle Blase zwingen mich zum Aufstehen. Ich mache mich auf in Richtung Bad. Ich bin mir in solchen Augenblicken immer sicher, dass meine Frau mir folgen wird. Sie ist grundsätzlich von etwas verminderter Entschlusskraft und nimmt es immer dankbar hin, dass sie mein Aufstehen zum Anlass ihres Aufstehens nehmen kann. Na ja, nun folgt die übliche Routine, ein bisschen Wasser hier ein bisschen Wasser da, anziehen und dann ab in Richtung Esstisch, auf dem ich neuerdings immer meinen Laptop stehen habe, um, während meine Frau in der Zeitung blättert, mir die neuesten Nachrichten aus dem Internet zu holen. Das dient in erster Linie der Absicherung, so habe ich doch die Bestätigung, dass die Erde sich noch dreht und ich wirklich noch dabei bin.
Aber wie sie ja auch wissen, es ist hoffnungslos, jeden Tag die statistisch fälligen Morde, Erdbeben, Tornados, Terroristen, Zugunglücke, Flugzeug abstürzte und das ewige Politiker " Bla, Bla",
Danach kommt bei mir aber Hoffnung auf. Die stille Hoffnung darauf, dass mir einer meiner Freunde, denen ich eine E-Mail geschickt habe, geantwortet hat. Das ist ein Augenblick, den ich bewusst immer etwas hinauszögere, weil ich mir im tiefsten Inneren einen kleinen Funken Hoffnung bewahrt habe, obwohl ich weiß, dass, seitdem es diese moderne Kommunikationsmöglichkeit gibt, die Antwortmoral erheblich nachgelassen hat.
Ich lese also erst, um mir die Spannung zu erhalten, die ewig langweiligen Politiker Statements und Entscheidungen und die so klugen Äußerungen der Opposition und deren Unbestechlichen Lösungsansätze.
Es ist immer dasselbe, es ist hoffnungslos.
Wenn ich dann meinen morgendlichen Tiefpunkt erreicht habe und kurz vor einer Depression stehe, dann, dann versuche ich in einem heroischen Ansatz von Hoffnung meine eingegangenen E-Mails zu öffnen.
Scheiße, es ist hoffnungslos, wieder keiner geantwortet. Alles nur Werbung. Was denken die sich dabei einem alten Mann von 80 Jahren jede Hoffnung zu nehmen.
Ich blicke auf und meine Frau erkennt in meinen Augen sofort, was los ist: "Wieder keiner geantwortet?"
"Nein, aber ich hoffe du hast gut geschlafen?"
"Ja das habe ich!"
"Da bin ich aber froh"
Meistens sagt sie dann: "Mach dir nichts daraus, es bleibt dir immer noch die Hoffnung auf morgen."
Es ist hoffnungslos, sie ist und bleibt ein Optimist.
Mittwoch, 14. April 2010
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1 Kommentar:
..... eine sehr schöne, leider auch wahre Geschichte. Mit allen Höhen und vor allem "Tiefen" die das täglische Leben so mit sich bringt.
Wunderbar geschrieben.
Bodo Paul, Hannover
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